Unser Jubiläum 30 Jahre DMSGö

Unsere Gruppe feierte im Januar 30jähriges Bestehen und keiner merkts. Bis? Ja, bis Mathias im März den Antrag auf kassenartenübergreifende Pauschalförderung stellen will und auf die Frage „Seit wann gibt es die Gruppe?“ keine Antwort weiß. Der Landesverband kennt die Antwort und sagt „1996“. Das muss doch gefeiert werden, denkt sich Mathias und plant die Jubiläumsfeier. Wie soll das ganze aussehen und wer soll es bezahlen. Die Projektförderung ist dafür doch die richtige Idee. Die AOK macht schnell klar, dass es nur mit informativem Charakter eine Förderung gibt. OK, dann ist der Fahrplan klar. Es wird eine Jubiläumstagung und die Planung lief.

Am 05.09.26 war es nun soweit und die Fachtagung fand statt. Mathias, unser Gruppenleiter, eröffnete die Veranstaltung und führte den gesamten Tag durch das Programm. Das Grußwort für das Jubiläum sprach die ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Göttingen Onyeka Oshionvu, die sich das erste Mal mit Multipler Sklerose beschäftigte, als sie in Brasilien einem Mann mit MS begegnete und „man es ihm nicht ansah“. Dafür entschuldigte sie sich bei uns im gleichen Atemzug. Uns war diese Annahme wohl gut bekannt. Sie gratulierte der Gruppe zu dem tollen Jubiläum und wünschte uns weitere 30 Jahre. Aus dem Publikum war schnell zu hören: „Lassen Sie es erstmal 10 weitere Jahre werden.“ 😊. Dr. Schütz klärte im Anschluss über das Thema Sport und Ernährung bei MS auf und konnte manche Mythen ausräumen. Walnussöl ist nicht so gut, wie die gesamte Walnuss und das ist wissenschaftlich belegt. Mediterrane Kost ist wichtig, aber leider nicht sehr gut definiert. So nach dem Motto 5 Stimmen – 6 Meinungen. Es gibt aufgrund der Erkrankung und den individuellen Verläufen nur wenig handfeste Evidenz, die etwas Eindeutiges empfehlen. Nur in Kombination mit Sport und Medikamenten ist eine Reduzierung der Schübe zu erreichen. In der folgenden Mittagspause gingen die Gespräche zu diesem Thema weiter und die Industrieausstellung wurde gut besucht und es konnte auch hier Netzwerkarbeit betrieben werden.

Mathias erhielt von Nicole – einer Vertreterin der Kontakt-, Beratungs- und Informationsstelle im Selbsthilfebereich (KIBIS) Göttingen eine Gratulation für die Gruppe und ein Dankeschön für das Engagement im Bereich der Selbsthilfe in Göttingen.

Prof. Dr. Weber machte in seinem Vortrag einen historischen Blick zu den Anfängen der MS über die letzten drei Jahrzehnte bis heute und wagte einen Ausblick auf kommende Generationen von MS-Betroffenen. „Wir werden die Krankheit nie aufhalten können.“ war eine ernüchternde Aussage, aber „wir werden die Progression so verlangsamen können, dass sie 100 Jahre alt werden können, und dann ist es egal.“ stimmte die meisten wieder versöhnlich. Die Forschung schreitet vergleichsweise zügig voran und doch dauert es für die aktuell älteren Betroffenen zu lange.

Kathrin Kaup und Gudrun Beckner rundeten die Veranstaltung ab, indem sie die DMSG Niedersachsen und die Ergänzende unabhängige Teilhabe Beratung (EUTB) vorstellten. Sie gratulierten ebenfalls der Kontaktgruppe. Mathias hob die hohe Relevanz der DMSG Niedersachsen für die Selbsthilfegrupe Göttingen stark hervor: „Ohne den Landesverband wäre diese Selbsthilfegruppe nicht existent und ich könnte nicht so aktiv sein.“ und warb für mehr Mitgliedschaften im Landesverband.

Abschließend verabschiedete er noch alle Anwesenden zu kurzen Gesprächen und in ein schönes Restwochenende.

Es war eine gelungene und würdige Veranstaltung für ein 30jähriges Jubiläum. Bisher mitlesende Gruppenmitglieder kündigten Ihr Erscheinen bei kommenden Gruppenabenden an und darauf freuen wir uns sehr.

Auf weitere Jahr(zehnt)e in der MS-Selbsthilfe Göttingen. /MD

Hinterlasse einen Kommentar